Mobirise

Dezimiert an die Saale

Bericht von Frank Höhmann
vom 22.02.2019

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Vor dem Auswärtsspiel der FRISCH AUF Frauen beim SV Union Halle-Neustadt gibt es einige Wackelkandidatinnen

Auswärts beim Tabellenletzten SV Union Halle-Neustadt bestreiten die FRISCH AUF Frauen am Samstag um 18 Uhr ihr nächstes Spiel in der Handball-Bundesliga. Auf den ersten Blick sind die Göppingerinnen beim noch sieglosen Neuling in der Favoritenrolle. „Das relativiert sich aber ganz schnell beim Blick auf den Gesundheitszustand meines Kaders“, sagt Trainer Aleksandar Knezevic. Grippekranke Spielerinnen und die Fußverletzung von Branka Zec machen dem Coach der FRISCH AUF Frauen zu schaffen. „Unter der Woche war fast kein geregeltes Training möglich.“ So musste Knezevic bei den Männern anfragen, um überhaupt jemanden ins Tor stellen zu können.

Denn die am Spieltag gegen Dortmund mit 40 Grad Fieber außer Gefecht gesetzte Edit Lengyel musste Anfang der Woche aufgrund einer allergischen Reaktion in die Klinik und stand Knezevic ebenso wenig zur Verfügung wie Zec. „Bei ihr müssen wir von Woche zu Woche schauen. Am Samstag reicht es noch nicht zu einem Einsatz“, sagt Knezevic. Die Hoffnungen ruhen nun auf Alexandra Meisl, die zusammen mit Tamara Huttenlauch bereits beim 26:30 gegen den BVB eingesprungen war. Huttenlauch wird am Samstag in der zweiten Mannschaft gebraucht, die in der Baden-Württemberg-Oberliga bei der HSG Mannheim um wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt antritt. Auch Annika Blanke konnte nicht trainieren und droht am Samstag beim Gastspiel an der Saale auszufallen, was die Wechselmöglichkeiten für Knezevic weiter erschöpft. Zudem war Johanna Schindler nicht hundertprozentig fit.

So muss das verbleibende Team noch enger zusammenrücken und beim Neuling seine Kräfte besonders gut einteilen, um die gute Auswärtsbilanz mit 10:4-Punkten auszubauen. Ob es nun ein Vor- oder Nachteil ist, in der augenblicklich angespannten Personalsituation gegen einen Kontrahenten wie Halle-Neustadt antreten zu müssen, wird sich zeigen. „Aufpassen müssen wir dort auf jeden Fall. Auch wenn Halle in der Liga noch nicht gewonnen hat, hat sich die Mannschaft im Oberhaus akklimatisiert und von Monat zu Monat besser zurechtgefunden“, weiß Knezevic.

Die beiden erreichten Punkte holte der Neuling beim heimstarken Buxtehuder SV (29:29) und gegen Borussia Dortmund (31:31). Und so liegen die „Wildcats“ am zweiten Rückrundenspieltag trotz noch keines Sieges bei vier Punkten Rückstand immer noch in Reichweite zu den Nichtabstiegsplätzen und den Teams aus Nellingen, Neckarsulm und Bensheim, gegen die man in den Hinspielen aber allesamt verlor. Die knappe Niederlage in der heimischen Erdgas-Sportarena gegen den Thüringer HC zeigt, dass Halle mit dem Rest der Bundesliga mithalten kann und keinesfalls vorzeitig die weiße Fahne hissen wird. Oftmals fehlte es an der Konstanz. Irgendwann folgte der Einbruch und die Mannschaft von Trainerin Tanja Logvin gab die erzielte Führung aus der Hand. So zum Beispiel gegen Bayer Leverkusen, als man zur Pause 17:11 führte, dann aber noch deutlich verlor.

Der einzige Sieg über einen Erstligisten gelang den „Wildcats“ beim 35:31 gegen Leverkusen im Viertelfinale des DHB-Pokals. Aufgrund der Bilanz zuvor und des Ausfalls von Kreisläuferin und Abwehrchefin Pia Dietz war dieser Sieg gegen den Europapokalanwärter überhaupt nicht erwartet worden. Umso mehr freut man sich bereits jetzt auf das Ende Mai stattfindende Olymp Final Four in der Stuttgarter Porsche Arena, auch wenn es der SV Union dort im Halbfinale mit dem stärksten aller teilnehmenden Teams zu tun bekomm: dem Tabellenführer und Lokalmatador SG BBM Bietigheim.

„Die Vorzeichen könnten natürlich wesentlich besser sein. Aber wir werden trotz unserer Personalprobleme versuchen, die zwei Punkte zu holen“, sagt Knezevic. Auch wenn die Fahrt an die Saale dezimiert angetreten wird, stehen im Team der Göppingerinnen noch genug gestandene Akteurinnen wie die beiden besten Torschützinnen und Führungsspielerinnen Michaela Hrbkova und Iris Guberinic, auf die es nun noch mehr ankommt.

Die FRISCH AUF Frauen haben häufig gezeigt, dass sie solche Widrigkeiten noch enger zusammenschweißen. Ein guter Einstieg in die Partie wäre hilfreich, zusätzliche Energie freizusetzen.

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