Mobirise

Derby mit klaren Vorzeichen

vom 10.02.2020
Bericht von Frank Höhmann

Mobirise

Die FRISCH AUF Frauen gastieren am Mittwoch zum Rückrundenauftakt bei der SG BBM Bietigheim

Zum Auftakt der Rückrunde steht für die FRISCH AUF Frauen ein Derby an. Eines mit klaren Vorzeichen: Die Göppingerinnen treten am Mittwoch um 20 Uhr in der Bietigheimer Viadukthalle als krasser Außenseiter an, der amtierende Meister SG BBM Bietigheim als haushoher Favorit. „Man hofft natürlich immer auf eine Überraschung. Diese ist uns vor zwei Jahren mit einem Punktgewinn gelungen. Doch das ist natürlich die Ausnahme. Bietigheim hat eine absolute Topmannschaft“, sagt Trainer Aleksandar Knezevic.

Trotzdem findet auch der deutsche Meister hin und wieder seinen Meister. International reicht es noch nicht zur absoluten Spitze. Und national hat man in dieser Spielzeit in Borussia Dortmund einen harten Brocken aus dem Weg zu räumen, der derzeit drei Zähler vor Bietigheim liegt, das sich neben der 32:38-Niederlage beim BVB noch einen völlig unerwarteten Punktverlust in Oldenburg erlaubte (29:29). Der Mannschaft von Trainer Martin Albertsen bleibt nur noch die Meisterschaft, will sie nicht titellos aus der Saison gehen. Denn sowohl im DHB-Pokal, als auch international blieben die Bietigheimerinnen bereits auf der Strecke. Im nationalen Pokal scheiterte man im Viertelfinale an Borussia Dortmund. Am vergangenen Wochenende verabschiedeten sich die Albertsen-Schützlinge nach dem vorzeitigen Aus in der Champions-League-Vorrunde dann auch aus dem EHF-Pokal. Durch den 28:27-Erfolg gegen Storhamar kegelten die viertplatzierten Bietigheimerinnen die Norwegerinnen gleich noch mit aus dem Wettbewerb.

Für die neue Spielzeit haben die Macher den Kader bereits weiter aufgerüstet. Nach der deutschen Nationalspielerin Xenia Smits, die vom französischen Meister Metz an die Enz wechselt, wurde nun auch die Führende in der Bundesliga-Toptorschützenliste, Julia Maidhof von der HSG Bensheim/Auerbach, an Land gezogen. Nun müssen viele gute Einzelspielerinnen auch erst einmal zu einer harmonierenden Einheit geformt werden. Doch selbst wenn dieser Prozess etwas länger dauern und es mal nicht so laufen sollte, kann eben jede dieser Individualistinnen den Unterschied ausmachen und eine Partie für ihr Team entscheiden. Als neuer Trainer für Albertsen, der Bietigheim seit dem Jahr 2014 trainiert und künftig nur noch das Amt des Schweizer Nationaltrainers ausübt und die neue Akademie Frauen der Eidgenossen leiten wird, wurde der frühere Pfullinger Bundesligaspieler Markus Gaugisch verpflichtet. Ihren zum Saisonende auslaufenden Vertrag um zwei Jahre verlängert hat Kim Naidzinavicius, Kapitänin der deutschen Nationalmannschaft, ein ganz wichtiger Fixpunkt bei Bietigheim in Abwehr und Angriff.

Angesichts des Bietigheimer Elitekaders rechnet man sich bei den FRISCH AUF Frauen keine großen Chancen aus. Es gilt die Devise, möglichst nicht unter die Räder zu kommen. „Uns erwartet eine der schwierigsten Aufgaben überhaupt. Wir wollen uns ordentlich präsentieren und ein gutes Ergebnis erzielen“, sagt Aleksandar Knezevic, für dessen Mannschaft es bereits am Freitag mit einem Heimspiel gegen die HSG Blomberg-Lippe weitergeht. Dazu muss die Chancenverwertung wieder verbessert werden. Beim jüngsten 20:23 in Buxtehude ließen die FRISCH AUF Frauen zu viele gute Möglichkeiten ungenutzt. Den Rest erledigte die gut aufgelegte Lea Rühter im Buxtehuder Tor. Auch bei Bietigheim kann die Torfrau zum entscheidenden Faktor werden. Sie heißt Dinah Eckerle und war bei der WM im Dezember 2019 eine der auffälligsten Akteurinnen im Kader der deutschen Nationalmannschaft.

Im Hinspiel konnten die Göppingerinnen den Favoriten richtig fordern, auch wenn das Ergebnis von 26:33 ihre starke Leistung in keiner Weise widerspiegelt. Einen Spaziergang soll es für den Meister auch am Mittwoch nicht geben.

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