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Tabellenführer-Besieger bittet zum Derby

vom 06.03.2020
Bericht von Frank Höhmann

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FRISCH AUF Frauen spielen heute Abend in Tübingen gegen Metzingen

Bei einem Gegner, der derzeit richtig gut in Schwung ist, müssen die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen am heutigen Freitag antreten. Allerdings ist das Derby auch für den württembergischen Rivalen TuS Metzingen kein Heimspiel im üblichen Sinne, denn die Partie zwischen den „TuSsies“ und den FRISCH AUF Frauen findet in der Paul-Horn-Arena in Tübingen statt. Anwurf ist um 21 Uhr. Besonderheit: Der Lokalkampf wird live in Eurosport übertragen, somit können sich beide Mannschaften einem breiteren Publikum präsentieren.

Nach dem bitteren 30:31 gegen die HSG Bensheim/Auerbach war die Stimmung bei den Göppingerinnen nur kurz im Keller. Der Blick richtete sich mit Beginn der neuen Woche auf das heutige Derby. An der Ausgangslage hat sich nichts verändert, denn sowohl der FSV Mainz 05 als auch die Kurpfalz Bären Ketsch konnten am vergangenen Wochenende punkten. Somit beträgt der Vorsprung zur gefährdeten Zone für die Mannschaft von Trainer Aleksandar Knezevic weiterhin sechs Punkte.

Dass sich der Abstand nach dem 18. Saisonspiel vergrößert, davon ist eher nicht auszugehen. Zu stark präsentierte sich Metzingen zuletzt, das mit der Empfehlung eines 28:24-Heimsieges gegen Borussia Dortmund in das Derby geht. Es war die erste Niederlage für den Spitzenreiter in dieser Spielzeit. Allerdings geht man nie ohne Hoffnung in ein Spiel. Schließlich kann der Favorit immer mal einen rabenschwarzen Tag erwischen. „In so einem Spiel möchte man natürlich erst recht etwas reißen. Wir werden alles probieren“, sagt Trainer Aleksandar Knezevic, der aber weiß: „Metzingen ist einer der stärksten Gegner im deutschen Oberhaus und derzeit richtig gut drauf. Es wird extrem schwer.“

Doch möglicherweise muss sich auch der Favorit aus dem Ermstal erst an die andere Umgebung gewöhnen. Doch das Team von Trainerin Edina Rott schielt nach dem Coup gegen den Primus noch mit einem Auge auf die Meisterschaft und hat nichts zu verschenken. Schließlich stehen in den kommenden Wochen einige direkte Duelle auf dem Programm. Vielmehr als den Titel nimmt der Tabellenführer-Bezwinger jedoch die erneute Qualifikation fürs internationale Geschäft ins Visier, die ihm im vergangenen Jahr als Tabellendritter gelang. Auf dem gleichen Rang stehen die Ermstälerinnen derzeit.

Im EHF-Pokal ereilte die „TuSsies“ allerdings bereits vor der Gruppenphase das Aus. Sie verloren gegen den dänischen Vertreter Kopenhagen. In der Liga sind sie seit November unbesiegt und stellen mit 418 Gegentoren die zweitbeste Defensive. Als Neuzugänge stehen Silje Brons Petersen von der HSG Blomberg-Lippe, Britt van der Baan (Amsterdam) und Anna Albek (Graz) fest. Den Club verlassen wird unter anderem Delaila Amega (Dortmund). Wie die FRISCH AUF Frauen, haben sich die „TuSsies“ für das Final-Four-Turnier im DHB-Pokal qualifiziert und hoffen dort auf den großen Wurf.

„Uns erwartet sicher eine sehr schwierige Aufgabe. Metzingen hat mit dem Sieg gegen Dortmund ein Ausrufezeichen gesetzt und seine gute Form unterstrichen. Für uns gilt es, das Positive der letzten Wochen reinzuwerfen und vor allem die Lehren aus der Niederlage gegen Bensheim zu ziehen“, sagt Romy Morf-Bachmann. Deckung und insbesondere das Rückzugsverhalten müssten individuell und als Team besser angegangen werden, um gegen Metzingen und dessen Tempospiel bestehen zu können. Ohne Zuversicht geht die Göppinger Rückraumschützin freilich nicht in die Begegnung. „In den vergangenen Jahren ist es immer wieder gelungen, einem „Großen“ ein Bein zu stellen“, erinnert sie an den Triumph zum Beispiel gegen Metzingen in der Stuttgarter Porsche-Arena. „Daran müssen wir glauben. Je länger wir das Spiel offen halten können, desto mehr Druck können wir ausüben“, fährt die Göppinger Rückraumschützin fort. „Gegen den BVB durften sie, gegen uns müssen sie gewinnen. Daher haben wir wenig zu verlieren und werden alles in die Waagschale werfen, um uns so teuer wie möglich zu verkaufen.“

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