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Mobirise

Torhüterin noch unklar

Bericht von Frank Höhmann
vom 01.03.2019

Da Alexandra Meisl am Sonntag passen muss, hofft man bei den Frisch-Auf-Frauen auf die Rückkehr von Edit Lengyel oder Branka Zec

Die Theorie klingt simpel: den Oldenburger Lauf mit zuletzt fünf ungeschlagenen Spielen in Folge stoppen und die eigene Auswärtsserie auf 14:4-Zähler hochschrauben. Die Praxis wird den Frisch-Auf-Frauen jedoch einige Kraftanstrengung, Konzentration und Durchhaltevermögen abverlangen. Die Göppinger Bundesliga-Handballerinnen treten am Sonntag um 16.30 Uhr beim VfL Oldenburg an, dem Team der Stunde nach den beiden Topteams SG BBM Bietigheim und Thüringer HC.

Das Team von Trainer Niels Bötel, gegen welches den Göppingerinnen mit 29:25 der letzte Heimsieg gelang, sammelte zuletzt 9:1-Punkte und ließ die Liga mit dem unerwartet deutlichen Auswärtssieg beim Derby in Buxtehude aufhorchen (27:20). Mit dieser Erfolgsserie haben es die Nordlichter geschafft, von der Abstiegszone ins gesicherte Mittelfeld vorzudringen und sich in Schlagdistanz zu den Europapokalrängen zu bringen. Das internationale Geschäft jedoch war für die Oldenburgerinnen bereits in der vergangenen Spielzeit nach ihrem errungenen Pokalsieg eine zu hohe finanzielle Hürde, weshalb man das internationale Startecht nicht wahrnahm. Sollte es in dieser Spielzeit klappen, dürfte es in Niedersachsen auf das gleiche Ende hinauslaufen. Denn seit einiger Zeit muss man beim VfL mit geringeren Mitteln klarkommen.

In der kommenden Spielzeit gibt es eine weitere Zäsur: Der Verein trennt sich von den Topspielerinnen Angie Geschke, Kim Birke und Isabelle Jongenelen. „Wir wollen das Bundesligateam neu ausrichten“, sagt Geschäftsführer Peter Görgen. Zu einem Wechsel hat sich auch Kreisläuferin Cira Hartstock (TuS Metzingen) entschlossen. Sie wird durch Carina Aselmayer (Nottwil) ersetzt. Für den linken Rückraum wurde Kathrin Pichlmeyer von der HSG Blomberg-Lippe geholt. Mit Geschke verliert der VfL seine absolute Toptorjägerin, die nicht nur aus dem Rückraum für Tore aus zehn, elf Metern Entfernung sorgt, sondern auch Siebenmeter und Gegenstöße sicher verwandelt. Beim Hinspiel war sie es, die die Niedersächsinnen in Hälfte zwei im Spiel hielt und dafür sorgte, dass die Frisch-Auf-Frauen bis zum Schluss hart für den Heimsieg arbeiten mussten.

Am Sonntag werden die Karten neu gemischt; und bei Göppingens Trainer und Geschäftsführer Aleksandar Knezevic die Sorgenfalten nicht kleiner: denn die reaktivierte Torhüterin Alexandra Meisl, die beim jüngsten 30:22 in Halle glänzte, steht nicht zur Verfügung. „Ich hoffe, dass entweder Edit Lengyel oder Branka Zec wieder fit wird. Andernfalls müssen wir improvisieren oder jemanden aus dem Hut zaubern“, hat Knezevic seinen Humor nicht verloren. Ob eine der beiden Torhüterinnen einsatzbereit ist, entscheidet sich kurzfristig. „Das ergeben die letzten Untersuchungen und Checks.“ Lengyel hatte Anfang der Woche weiter mit den Nachwirkungen einer heftigen Grippe und allergischen Reaktion zu kämpfen und musste zur Lungenfunktion. Zec laboriert an einer Fußverletzung. Anderen Spielerinnen machte die Erkältungswelle zu schaffen. Immerhin: Annika Blanke, die wegen Windpocken zuletzt das Bett hüten musste, könnte in den Kader zurückkehren.

Beim Auswärtsspiel in Halle waren die Göppingerinnen in der Favoritenrolle. „Damit sind wir trotz der Ausfälle gut zurechtgekommen und haben am Ende souverän gewonnen“, meinte Anja Brugger. Diesmal stehen die Chancen 50:50 und es wird ein Stück weit auch auf die Tagesform ankommen. „Und darauf, wie viel Kraft meine Spielerinnen nach den ganzen Erkältungsstrapazen haben.“ Um sich bestmöglich vorbereiten zu können, erfolgt die Anreise bereits einen Tag vor dem Spiel.

Und so werden die Göppingerinnen auch in Oldenburg nichts unversucht verlassen, die eigene Auswärtsbilanz weiter aufzustocken, um ihren tollen sechsten Platz aus der Vorsaison zu wiederholen. „Vielleicht geht noch mehr. Träumen darf man doch. Das Mittelfeld liegt eng beisammen. Wir sind immer noch im Rennen“, sagt Ana Petrinja. Bislang haben die Grün-Weißen nur beim amtierenden Meister Thüringer HC verloren. „Das darf gerne noch eine Weile so bleiben“, ergänzt Knezevic und hofft auf eine abermalige Energieleistung seines Teams, bei dem es nun noch mehr auf eine starke Abwehrleistung ankommt als beim jüngsten Auswärtssieg beim Aufsteiger Halle-Neustadt.

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