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Derby der Doppel-Erstligisten

Bericht von Frank Höhmann
vom 28.01.2019

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Die FRISCH AUF Frauen empfangen am Mittwoch um 19.30 Uhr Tabellenführer SG BBM Bietigheim zum Lokalkampf

Die Rollen sind klar verteilt: Als Außenseiter gehen die FRISCH AUF Frauen am Mittwoch um 19.30 Uhr in das Derby der Doppel-Erstligisten gegen Tabellenführer SG BBM Bietigheim, den einzigen noch ungeschlagenen Verein in der Bundesliga, der neben Frisch Auf sowohl mit den Männern als auch mit den Frauen im Handballoberhaus vertreten ist.

Den Weiße-Weste-Nimbus wahrte das Team von Trainer Martin Albertsen vor einer Woche im Topspiel gegen den bis dato ebenfalls ungeschlagenen Thüringer HC, der sich den Enztälerinnen vor 2100 Zuschauern 24:27 geschlagen geben musste. Die Meisterschaft dürfte sich in dieser Spielzeit in den beiden direkten Duellen entscheiden. Sollte Bietigheim dem THC im Rückspiel einen Punkt abtrotzen, würde dies wohl den Titel bedeuten. Es sei denn, der Meister des Jahres 2017 leistet sich einen Patzer.

In der vergangenen Saison gab es zu viele Punktverluste gegen andere Vereine, weshalb es nicht zur Titelverteidigung reichte. So kam man unter anderem in der Göppinger EWS-Arena nicht über ein Remis hinaus (27:27). FRISCH AUF Frauen-Coach Aleksandar Knezevic baut auf die Besonderheit eines Lokalkampfes: „Ein Derby ist immer ganz speziell, da ist alles möglich. Allerdings muss gegen solch ein Topteam wie Bietigheim alles passen. Wir müssen über uns hinauswachsen.“ Dass der Favorit den württembergischen Rivalen auf die leichte Schulter nimmt, davon ist nicht auszugehen. Bietigheims Trainer Martin Albertsen weiß um die Kampfkraft der Grün-Weißen: „Jede Mannschaft hat es schwer gegen sie.“

Zweimal trafen beide Kontrahenten bereits aufeinander: vor Saisonbeginn in einem Testspiel in Schwieberdingen, dann noch im Achtelfinale des DHB-Pokals. Beide Vergleiche gingen an Bietigheim, die FRISCH AUF Frauen hielten jedoch lange dagegen. Im Pokal waren sie bis zehn Minuten vor dem Ende dran (22:25), dann schwanden die Kräfte und Bietigheim gewann noch mit sechs Toren Differenz. Nicht dabei sind am Mittwoch Daniela Gustin und Kim Naidzinavicius. Die schwedische Rechtsaußenspielerin Gustin (Kreuzbandriss) fällt für den Rest der Saison aus, die deutsche Nationalmannschaftskapitänin und Abwehrchefin Naidzinavicius, die sich im Champions-League-Spiel gegen Kristiansand einen Riss des Innen- und Außenmeniskus im linken Knie zuzog, dürfte demnächst auf die Platte zurückkehren. „Die Reha läuft gut“, sagt Albertsen. Mit Maura Visser, Anna Loerper, Luisa Schulze und Karolina Kudlacz-Gloc verfügt Bietigheim aber über mehr als adäquaten Ersatz. Das Tor hütet seit dieser Spielzeit Dinah Eckerle, die deutsche Nationalkeeperin. Die gebürtige Leonbergerin kehrte vom Thüringer HC ins Schwabenland zurück und bildet mit Valentyna Salamakha ein exzellentes Gespann.

Bietigheim tanzt noch auf allen drei Hochzeiten: neben Meisterschaft und DHB-Pokal will man auch im EHF-Pokal etwas reißen und ins Viertelfinale vorstoßen. Nach zwei Niederlagen gegen das dänische Team aus Esbjerg muss am Sonntag im norwegischen Storhamar allerdings ein Sieg her, sonst ist das Viertelfinale nicht mehr zu erreichen. Aufgrund des Spiels im europäischen Wettbewerb muss das württembergische Derby auf den ungünstigen Wochenspieltag vorverlegt werden. „Leider hatten wir das bereits beim Derby gegen Metzingen“, sagt Aleksandar Knezevic, der trotzdem auf eine gut gefüllte Halle hofft. „Letzte Saison haben wir auch an einem Mittwoch gespielt und die vierstellige Zuschauermarke geknackt. Vielleicht gelingt uns das diesmal wieder.“

Mit dem nach drei Niederlagen eindrucksvoll herausgespielten 33:26-Derbysieg in Neckarsulm haben die Göppingerinnen beste Werbung betrieben. Michaela Hrbkova, die 16 Tore beisteuerte, kommt nach ihrer Verletzung wieder richtig ins Rollen. Doch nicht nur sie überzeugte. „Das war eine ganz starke Teamleistung“, sagt Knezevic. Nur gemeinsam wird es auch gegen den Branchenprimus gehen. „Keiner von uns ist so gut wie wir alle“, postete Annika Blanke in einem sozialen Netzwerk. Allerdings dürfe man keine Wunderdinge erwarten, mahnt Knezevic. „Bietigheim ist eine ganz andere Hausnummer und mit das Beste, was die Liga zu bieten hat.“ Ziel ist es, den Nachbarn so lange wie möglich zu ärgern und ihn nicht vorzeitig davonziehen zu lassen. „Alles andere wird sich zeigen.“

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