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Eine Sekunde fehlt zum Sieg

Bericht von Frank Höhmann
vom 10.09.2018

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Die Frisch-Auf-Frauen starten mit einem 26:26 (14:13) beim letztjährigen Tabellenvierten Borussia Dortmund in die neue Spielzeit

Sollten sie sich nun über ihren Punkt freuen oder dem kurz vor Spielende entrissenen Sieg nachtrauern? Beim Abklatschen mit den mitgereisten Anhängern machte sich in den Gesichtern der Göppinger Bundesligahandballerinnen nach dem 26:26 (14:13) bei Borussia Dortmund noch Enttäuschung breit. Nach ein paar Minuten Abstand überwog jedoch der Stolz auf die gezeigte Leistung und einen trotz des um eine Sekunde verpassten Auswärtssieges gelungenen Einstieg in die neue Spielzeit.



„Das erste Spiel ist immer etwas Besonderes. Man weiß nicht genau, wo man steht und deshalb ist alles möglich“, hatte Trainer Aleksandar Knezevic beim letztjährigen Tabellenvierten und Europapokalteilnehmer mit einer Überraschung geliebäugelt. Und je länger die Partie in der Sporthalle Bleichstein in Herdecke dauerte, in die die Dortmunderinnen wegen der Renovierung der Sporthalle Wellinghofen in den ersten Partien ausweichen, desto mehr durfte Knezevic darauf hoffen. Seine Mannschaft machte nach fünf Minuten Eingewöhnungszeit dort weiter, wo sie am letzten Spieltag der Vorsaison in Blomberg aufgehört hatte. Vom Anwurf voll da war Michaela Hrbkova, die bereits im ersten Durchgang fünf Treffer erzielte und am Ende erfolgreichste Werferin ihrer Mannschaft war (9/4). Aber auch einer der drei Neuzugänge fügte sich gleich hervorragend ein: Die vom TV Nellingen gekommene Annika Blanke spielte, als wäre sie schon immer Bestandteil der Göppinger Mannschaft gewesen und sorgte auf Halblinks für viel Power aus dem Rückraum. Ihre Bilanz: sechs blitzsaubere Feldtore und ein verwandelter Siebenmeter. 


Wie schon in der vergangenen Saison versuchen die Grün-Weißen ihre Kontrahenten mit einer offensiven 5:1-Abwehr vor Probleme zu stellen. Johanna Schindler agierte vorgezogen, Lina Krhlikar gab die Abwehrchefin. Am Kreis übernahm Petra Adamkova für Krhlikar. Zur Überraschung der Fans kam Mitte der ersten Hälfte Prudence Kinlend aufs Feld. Sie wurde von Knezevic nach ihrer Knieverletzung aber nur sporadisch eingesetzt, um ihren Mitspielerinnen ein paar Verschnaufpausen zu gönnen. Vier Minuten vor Schluss gelang Kinlend ihr erster Treffer, der die 24:25-Führung bedeutete, Blanke legte kurz darauf das 24:26 nach. Es war das erste Mal seit dem 16:14 für Dortmund nach 35 Minuten, das sich eine der beiden Mannschaften auf zwei Tore absetzen konnte. Obwohl danach die ganz stark haltende Edit Lengyel die beste Dortmunderin, Alina Grijseels, abblitzen ließ, konnten die Gäste dem Team von Trainer Norman Rentsch nicht den Knockout verpassen. Kinlend musste bei Zeitspiel werfen, setzte den Ball aber neben das Tor. Im Gegenzug parierte Lengyel erneut gegen Grijseels. Weil die Gäste hernach ein Stürmerfoul begingen, kamen die Borussinnen 30 Sekunden vor Spielende nochmals in Ballbesitz und setzten mit der siebten Feldspielerin alles auf eine Karte. Und es sollte richtig dramatisch werden. Vier Sekunden vor Schluss entschärfte Lengyel einen Wurf von Ex-Nationalspielerin Svenja Huber ins Seitenaus. Der Sieg? Nein. Dortmund führte den Einwurf schnell aus, passte den Ball zu Kreisläuferin Anne Müller, die den Ball eine Sekunde vor Schluss ins lange Eck beförderte. 


„Das war kein Spiel für schwache Nerven“, sagte Andreas Bartels von der Dortmunder Abteilungsleitung. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so hart für uns wird, aber die aggressive Göppinger Deckung hat uns gar nicht geschmeckt.“ 


Die Göppinger Defensive ließ schon in Hälfte eins nicht sehr viel zu. Über den Kreis kamen die Gastgeberinnen gar nicht zum Erfolg. Das änderte sich erst mit der Hereinnahme der Isländerin Hildigunnur Einarsdottir. So waren die Frisch-Auf-Frauen in den ersten 30 Minuten beim 9:12 und 10:13 schon auf drei Tore weggezogen. Doch dann packte auch der BVB in der Abwehr energischer zu und zwang die Grün-Weißen zu Fehlern und hatte sich bis zur Pause wieder auf ein Tor herangepirscht. Und erwischte auch nach dem Wechsel den besseren Start, doch mit drei Treffern in Serie warfen sich die Göppingerinnen wieder in Front, die danach stets ein Tor vorlegen konnten, ehe die Führung drei Minuten vor dem Ende erstmals zwei Tore betrug. Die Dortmunder Fans sahen die Felle davonschwimmen. Nicht aber ihr Team, das die Heimpremiere in Herdecke noch halbwegs rettete. Und so trennte man sich wie schon vor zwei Jahren am ersten Spieltag mit einem Unentschieden. Einziger Unterschied: Dieses Mal hatte jedes Team ein Tor mehr geworfen.



Trainer Aleksandar Knezevic verbuchte das Remis trotz des unglücklichen Endes als Punktgewinn. „Bei einem dieser Topteams muss man erst einmal etwas holen. Die Abwehr um Johanna Schindler ist sehr gut gestanden und im Angriff haben wir geduldig auf unsere Chance gewartet."

So spielten sie:

Borussia Dortmund: Woltering, Duijndam; Van Kreij (2), Grijseels (7/2), Huber (6/3), Stockschläder (2), C. Müller (3), Mack (2), Einarsdottir (2), A. Müller (2), Bleckmann, Weisheitel, Kockel, Fujita

Frisch-Auf-Frauen: Lengyel, Zec; Brugger (2), Schindler (3), Hrbkova (9/4), Blanke (7/1), Adamkova (1), Krhlikar, Guberinic (3), Kinlend (1), Petrinja, Bergschneider

Zeitstrafen: 4:2-Minuten

Zuschauer: 500.

Adresse

Frisch Auf Frauen Bundesliga GmbH
Leonhard-Weiss-Str. 40, 4. OG
73037 Göppingen


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Über Uns 

Die FRISCH AUF Frauen sind eine Handballmannschaft aus dem schwäbischen Göppingen, die seit 1999 in der Bundesliga spielt. Das Motto der Göppingerinnen lautet "Handball mit Gefühl!"

Da auch das Männerteam von FRISCH AUF! in der Bundesliga am Ball ist, wird Göppingen gerne als "Handball-Hauptstadt" bezeichnet.